Minna von Barnhelm

Lustspiel von Gotthold Ephraim Lessing

Zum Inhalt:

Der unehrenhaft aus der preußischen Armee entlassene Major von Tellheim hat nach Ende des Siebenjährigen Krieges mit seinem Diener in einem Berliner Gasthof Quartier bezogen. Voller Stolz lässt er sich nicht anmerken, dass er in Geldnot steckt.

Als ein weiterer Gast – eine Dame von Stand – eintrifft, soll von Tellheim in ein schlechteres Zimmer umziehen. Verärgert beschließt er, abzureisen. Was er jedoch nicht ahnt: bei der Dame handelt es sich um Wilhelmine „Minna“ von Barnhelm, seine Verlobte, die ihn in den Kriegswirren aus den Augen verloren hatte und nun nach ihm sucht.

Um an etwas Geld für die Weiterreise zu kommen, verkauft von Tellheim mithilfe seines Dieners seinen Verlobungsring an den Wirt. Minna von Barnhelm, die den Ring durch Zufall sieht, erkennt sofort: sie hat ihren Verlobten gefunden!  Von Tellheim, der von ihr zur Rede gestellt wird, glaubt jedoch, als verarmter und in seiner Ehre verletzter, aus der Armee entlassener Major könne er Minna nicht mehr heiraten und löst die Verlobung.

Durch eine geschickte List gelingt es Minna schließlich, Major von Tellheim wieder für sich zu gewinnen...


Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) war ein bedeutender Dichter der deutschen Aufklärung. Sein Lustspiel „Minna von Barnhelm“ (1767) gilt als eine der bedeutendsten Komödien der deutschen Literaturgeschichte und ist noch heute eines der meistgespielten Schauspiele in Deutschland.

Premiere  am Schlosspark Theater: 21. Januar 2017

Dauer: ca. 2 Stunden 15 Minuten (inkl. Pause)

 

Regisseur Thomas Schendel über „Minna von Barnhelm“:

„Was haben Sie denn gegen das Lachen? Kann man denn nicht auch lachend sehr ernsthaft sein?“  Minna zu Tellheim

Der Siebenjährige Krieg findet mit der Niederlage Sachsens sein Ende. Preußen geht mit katastrophalen Verlusten als Sieger hervor und belegt Sachsen mit horrenden Kriegsgeldforderungen.

Die deutschen Lande liegen brach, überall hat der Krieg seine Spuren hinterlassen. Die im Krieg eingezogenen Soldaten und Söldner stammen aus allen preußischen Provinzen, vom Rheinland bis Ostpreußen. Viele sitzen nun in Berlin fest, die meisten von ihnen mittellos, falls der Krieg sie nicht ohnehin zu Krüppeln gemacht hat. Es herrschen Hungersnot, Elend, Kriminalität und Verwahrlosung.

Noch in diesem Jahr bricht in Thüringen eine sächsische junge Frau auf, um ihren Geliebten zu finden, der sich in den Kriegswirren verloren hat. Es ist der preußische Major von Tellheim, den sie in Begleitung ihrer Zofe sucht. Und so erreichen Minna von Barnhelm und Franziska Willig – ganz ohne männlichen Schutz und Begleitung! – 1763 die Hauptstadt der Feindesmacht: Berlin.

Major von Tellheim steht unter Arrest, da ihm vorgeworfen wird, er habe mit dem sächsischen Feind kollaboriert. Sein Vermögen ist eingefroren. Ohne finanzielle Mittel, in seiner Ehre tief gekränkt, vom Krieg traumatisiert, verweigert er sich der Liebe, die ihm Minna von Barnhelm entgegenbringt.

Was wird diese großartige Frau nicht alles versuchen müssen, um diesen Menschen wieder zu sich selbst zu führen! Eine Frau des 18. Jahrhunderts, die den Ehrbegriff der kriegsverführten Männer auseinandernimmt, um Ehre und Gewissen wieder die rechte Würde zu geben - das war nahezu revolutionär.

Lessing musste sich vor der Zensur des Militärstaates Preußen in Acht nehmen.

„Minna von Barnhelm – oder das Soldatenglück, ein Lustspiel“ lautet also der Titel seines Stückes. Ihm gelingt es, die tragische Grundsituation der beiden Protagonisten mit Figuren zu umgeben, die, durch Mutterwitz und Situationskomik, uns immer wieder zum Schmunzeln bringen.

Wie kann man ein Lustspiel über den Krieg schreiben, in dem eine halbe Million Preußen ihr Leben verloren haben? - Nur mit Ironie. So ist wohl auch der Untertitel „Das Soldatenglück“ zu verstehen.

Wenn es in diesem Stück ein Soldatenglück gibt, dann ist es das Glück Major von Tellheims, eine Frau gefunden zu haben, die ihn mit der liebenden Vernunft ihres Herzens nicht aufgibt und durch den bösen Traum des Krieges in eine ( hoffentlich ) bessere Welt begleiten wird.

Thomas Schendel


Pressestimmen:

„Oliver Mommsen legt das Unheimliche und Rätselhafte der Figur frei. Er schreit, krakeelt, teilt aus, schnurrt dann wieder wie ein Kätzchen. ... Im milden Dresdener Tonfall Steurichs aber kommt zum Vorschein, wie schnörkellos schön Lessings Sprache sein kann. Und wie viel Humor und Welttheater in ihr steckt.“  (Der Tagesspiegel, Udo Badelt)

„… Da liefern sich Barnhelm und Tellheim ein brillantes Rede-Duell auf Augenhöhe um Geld, Ehre, Liebe und auch sonst fliegen die Fetzen. Da wird dem angestaubten Klassiker der Aufklärung in der Regie von Thomas Schendel spielfreudig zugesetzt. … Den komödiantischen Furor entfachen die Repräsentanten des einfachen Volkes in den Nebenrollen.“  (RBB Inforadio, Ute Büsing)

„Katharina Schlothauer … mit spielerischem Charme und kluger Ausdrucksvielfalt …“  (Berliner Zeitung, Irene Bazinger)

„Er (Regisseur Thomas Schendel) zeigt damit, wie aktuell das Stück über tiefe Liebe und die Vernunft des Herzens auch heute noch ist, über 250 Jahre später. ... So entsteht ein gelungener Theaterabend für Alt und Jung, der Lust darauf macht, die Klassiker öfter hervorzuholen.“  (Berlin Südwest, Jacqueline Lorenz)

„… man macht eine kleine Zeitreise mit, man kann sich an den Charakteren freuen und an ihrer Sprache. ... Das Zuschauen macht einfach Spaß.“  (Berlin Metropolis, Bernhard Michalsky)

„… ist eine brillante und unterhaltsame Umsetzung von Lessings Lustspiel „Minna von Barnhelm – oder das Soldatenglück, ein Lustspiel“ aus dem Jahr 1767 geglückt. ... Das Premierenpublikum war begeistert! ... Die schauspielerischen Leistungen des gesamten Ensembles sind als hochwertig einzustufen. ... Maria Steurich brachte die Lust am Spiel auf eine überwältigende Weise zur Geltung! ... Für die Bühne und Kostüm konnte die Arbeit von Daria Kornysheva überzeugen. ... Das Schlosspark Theater Berlin von Dieter Hallervorden ist in Berlin eine absolute Größe in der Kulturlandschaft, das mit wenig Getöse viel Qualität auf die Beine stellt. Dem Schlosspark Theater Berlin ist mal wieder beste Unterhaltung gelungen!“  (Lichtenrader Magazin + berli-press.de, Thomas Moser)

„Die Darsteller gehen in ihren Rollen auf, allen voran die mit Herz und Verstand um ihre Liebe kämpfende Minna von Barnhelm, dargestellt von der munteren Katharina Schlothauer. ... Oliver Mommsen (…) beeindruckt … Die frische Inszenierung von Regisseur Thomas Schendel überzeugt mit ihren spielfreudigen Akteuren.“  (StadtrandNachrichten, Elena Baumann)


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