Ron Williams meets Harry Belafonte


Ein außergewöhnliches Konzert erwartet die Besucher, wenn sich Ron Williams zusammen mit dem Jörg Seidel Trio dem Repertoire von Harry Belafonte widmet. Die Künstler verstehen es großartig, die Verbindung zwischen Belafontes Musik und seinem gesellschaftlichen Engagement zu verdeutlichen. Beides war und ist bei dem Weltstar untrennbar verbunden. Seine Lieder voller Kraft, Rhythmik und Schönheit versprühen Harmonie und Hoffnung.
Die Affinität, die Ron Williams schon in seiner Jugend zu Harry Belafonte verspürte, wurde noch verstärkt durch Erzählungen seines Vaters, der Belafonte in New York persönlich kennenlernte. "Ron Williams meets Harry Belafonte" wird somit auch zu einem ganz persönlichen Abend, dessen Intensität bei den Besuchern lange nachhallen wird.
Auf der Bühne:
Ron Williams – Gesang und Moderation
Jörg Seidel – Gitarre
Christoph Münch – Piano
Gerold Donker - Kontrabass
Ron Williams über Harry Belafonte
Zu meinen schwarzen Vorbildern gehören Menschen, die mit ihren Stimmen, Ihrer Courage, ihrer Haltung oder mit ihrem Lebenswerk einem ganzen Land dazu verhalfen, fest verankerte rassistische Vorurteile infrage zu stellen, gar abzulegen. Einer davon, ein ganz Großer, ist HARRY BELAFONTE.
Geboren als Harold George Bellanfanti Jr., 1927 im schwarzen Stadtteil Harlem, New York City, wurde er zu einer der bedeutenden schwarzen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Sein Vater stammte aus Martinique, seine Mutter war halb Jamaicanerin, halb Britin.
Den meisten Menschen ist er bekannt als einer der größten und beliebtesten Entertainer Amerikas. Mit seinen Hits wie "Banana Boat Song" mit dem ikonischen Ruf "Day-O!" oder "Island in the Sun“, "Jamaica Farewell“, "Matilda“, „Mama Look at Boo Boo“ und "Angelina“, um nur einige zu nennen, hattet er die Welt mit karibischer Calypso Musik bekannt gemacht und ein internationales Publikum erobert.
Seine LP "Calypso“ von 1956 ist das erste Album eines Einzel-Künstlers, von dem über eine Million Exemplare verkauft wurden. In den 50'er und 60'er Jahren wurde er zum ersten internationalen schwarzen Film- und Bühnen Star auf allen fünf Kontinenten.
Aber er war viel mehr als all das.
Sein Leben lang folgte er stets seiner Maxime: "Haß und Gewalt muß man mit Herz und Hirn entgegentreten. Es ist nicht genug, ein guter Entertainer zu sein und es reicht auch nicht, den Menschen immer wieder zu zeigen, wie das Leben so ist. Wir Künstler haben die Verantwortung, den Menschen zu sagen wie das Leben sein sollte: selbstbestimmt und frei."
Als er 1956 von dem berüchtigten Republikaner, Senator Joseph McCarthy‘, bekannt für seine rassistischen und faschistischen Ideen, vor ein US Senats-Komitee bestellt wurde, wo ihm als prominenten Bürgerrechtler vorgeworfen wurde, Kommunist und Feind Amerikas zu sein, hat er geantwortet: "Ich gebe ihnen folgende Antwort, Sir, ich habe Sympathien für alle, die sich für die Befreiung unterdrückter Menschen einsetzen. Wer immer sich dieser Sache verschreibt - ich bin dabei! Also, wenn es das ist, was Sie mir vorwerfen, dann bin ich schuldig!“ Er wurde als "unfreundlicher Zeuge" entlassen.
Belafonte spielte auch eine entscheidende Rolle beim Werdegang und Aufstieg der jungen Bürgerrechtsikone Dr. Martin Luther King Jr. Als Freund übernahm er die Funktion als King‘s "Lotse“ und ebnete dessen Weg durch seine vielen politischen Verbindungen und Freunde im Showbusiness, die ihm finanzielle und moralische Unterstützung zuteilwerden ließen.
Ich hatte das Glück, Dank der Münchner Theater-Produzentin Margrit Kempf, Belafontes Leben und seine Musik in der Titelrolle des Theaterstücks DIE HARRY BELAFONTE STORY darzustellen zu dürfen. Fünf erfolgreiche Theater-Tourneen führten uns durch Deutschland, die Schweiz und Österreich,.
Meine persönlich Verbindung zur Belafonte begann in den späten 50'er und frühen 60‘er Jahren. Ich hatte die Filme "CARMEN JONES" und "PORGY UND BESS" gesehen und war begeistert. Mein Dad war klassischer Sänger und Gesangslehrer. Als ich von ihm erfuhr, daß er in seinem Studio in der damaligen Carnegie Hall in New York als Gesangscoach mit Belafonte gearbeitet hatte, war mein Interesse noch größer. Als ich dann in den 90'ern Belafonte persönlich kennenlernen durfte, erzählte ich ihm davon. Er konnte sich gut an meinen Dad erinnern.
Im Dezember 2013 war ich in New York zu Bühnenproben für eine Deutschland-Tournee der QUEEN ESTHER MARROW GOSPEL SHOW. Dank Queen Esther Marrow konnte ich Belafonte in seinen Büro kurz besuchen. Esther hatte ihren Start als junge Sängerin, wie auch einige andere, durch Harry Belafonte ermöglicht bekommen. Sie erzählte mir einiges aus dieser Zeit mit ihm während unserer gemeinsamen Bühnentournee.
Harry Belafonte und ich – wir haben etwas gemeinsam - karibische Wurzeln. Mein biologischer Vater stammt aus Montego Bay, Jamaika; das verbindet. Die Faszination für sein Wirken und seine Musik – naturally
Ron Williams
Februar 2023